Lärmphysik ist eine komplexe Geschichte.

 

 

Bei den 1986 entwickelten Methoden wurde für alle Lärmquellen (Strassenverkehr, Industrie, Flugverkehr, usw.), eine Art Durchschnittswert pro Lärmquelle ermittelt, um die Gesamteinwirkung aller Lärmquellen an einem bestimmten Ort zu berechnen zu können.

 

Für Militärflugplätze hat man sich an den Methoden der Zivilflugplätze orientiert, ihnen aber kalkulatorisch ein Erleichterung von -8 dB wegen „höherem Interesse“ zugestanden.

 

Für jeden Flugzeugtyp wird der Lärm im Anflug, Überflug (=Lmax) und Wegflug in dB gemessen. Zeichnet man das graphisch auf, d.h. die gemessenen dB über der Zeit, dann entsteht eine Art Lärmdreieck.

 

Nun werden die Flächen aller Lärmdreiecke über die sechs flugintensivsten Monate addiert und dann damit rechnerisch ein Lärmrechteck gebildet, Länge 6 Monate zu 12 Tagestunden und dann die Höhe in dB (=Leq=Durchschnittswert) so gewählt, dass die gleiche Fläche entsteht wie beim Summieren aller Dreieckflächen.

Leq, der Durchschnittswert und nicht der Maximalwert, ist dann der verbindliche Wert für die Raumplanung und die erlaubten Grenzwerte.

 

 

Aus dieser Berechnungsart folgt:

 

Bei abnehmender Anzahl der Flugbewegungen kann der Lmax legal praktisch unbegrenzt zunehmen, so lange die Summe des erlaubten Lärms über 6 Monate bei 12 H Flugbetrieb pro Tag nicht überschritten wird. Konkret ist ein Überschall kein Problem weil er extrem kurz ist.

 

Genau diese Tendenz haben wir bei den Kampfjets, weniger Bewegungen mit 30 F/A-18 als seinerzeit mit 400 Jets (Venom, Hunter, Mirage).

 

Vergleicht man die gemessenen Lmax Werte mit den im Lärmbelastungskataster aufgezeichneten offiziellen dB-Werten Leq, so findet man im Raum Brienz/Unterbach eine Differenz von 45 dB. Beispiele: Brienz Lmax 100 dB , Leq 55 dB; Unterbach Lmax 120 dB, Leq 75 dB).

 

In der Zivilfliegerei gibt es genau die umgekehrte Tendenz, d.h. immer mehr Bewegungen mit enorm viel leiseren Flugzeugen verglichen mit früher. Daraus folgt, dass Lmax und und Leq sich annähern und das Risiko für Rumplanungsfehler massiv kleiner wird im Gegensatz zu den Militärflugplätzen.