Leserbriefe


LESERKOMMENTAR7. MÄRZ 2016

Fluglärm ist gesundheitsschädigend

Zum Artikel «Unveränderter Flugbetrieb in Unterbach»
JUDITH STAUBBönigen

Die Antwort des Bundesrates auf die berechtigte Frage von SP-Nationalrätin Masshardt bezüglich des Fluglärms ist mehr als bedenklich. Es ist erwiesen, dass Lärmeinwirkungen über 100 Dezibel gesundheitsschädigend sind.

 

Die F/A-18 ergeben beim Start mit Nachbrenner eher über 130 Dezibel, und das fünftausend Mal pro Jahr in einem Bergtal, wo sich der Lärm nicht verflüchtigen kann.

 

Weshalb wird von der zahlreichen Ärzteschaft in dieser Region nicht laut und deutlich interveniert?


LESERKOMMENTAR3. MÄRZ 2016

Die alles entscheidende Wirtschaftlichkeit

Zum Artikel «Der Fluglärm wird weiter zunehmen»

EMIL FEUZ Unterbach

 

 

Durch die vorgeschlagene Halbierung der Flugbewegungen auf dem Militärflugplatz Meiringen mit den überlauten F/A-18 sei die Wirtschaftlichkeit des Flugplatzes Unterbach gefährdet. Und eine Sommer-Flugpause würde andere Standorte mehr belasten. So ein Teil der Antwort des Bundesrats auf die Interpellation von Nationalrätin Nadine Masshardt. Tatsächlich geht es wohl am meisten darum, dass sonst nirgends ausser in bevölkerungsarmen Regionen solch lärmige Betriebe stationiert werden können. Das Argument Wirtschaftlichkeit wird in den Vordergrund gerückt. Damit kann man gut Angst machen. Es ist auch blanker Hohn zu sagen, eine Sommer-Flugpause würde wiederum die anderen Standorte mehr belasten. Das VBS und der Bundesrat haben sich selber in die Klemme manövriert, indem sie die Luftwaffenbasen soweit reduzierten, dass Payern und Meiringen die Hauptlast des infernalischen Lärms zu tragen haben. Was soll da das Gerede von Wirtschaftlichkeit, das zwar auch von vielen unserer gewählten Politiker der Region zu hören ist?


LESERKOMMENTAR8. NOVEMBER 2015

Fluglärm verscheucht Ballenberg-Besucher

Zum Kommentar «Ballenberg im Tiefschlaf»
DORIS HEINIGERMeiringen

Das Freilichtmuseum Ballenberg ist für die Region Oberer Brienzersee-Haslital ein kulturelles Geschenk. Dass die Besucherzahlen rückläufig sind, ist bedauerlich und stimmt mich nachdenklich. An einem schönen Herbsttag im Oktober machte ich einen Spaziergang durch das Museum. Bei ohrenbetäubendem Fluglärm habe ich Besucher gesehen, die sich die Ohren zuhielten. Ich fragte mich, ob diese Besucher je wieder ins Museum kommen werden. Deshalb war ich über diePressemitteilung des Kontaktgremiums sehr erstaunt. Kein Wort über die bereits vor Jahren im Kontaktgremium aufgestellten Forderungen nach Reduktion der Flugbewegungen mit F/A-18 auf 2500 Metern und einer Sommerpause über vier Monate von Juli bis Oktober. Wo sind da die Gemeindebehörden und Tourismusvertreter, die diesem Forderungspaket zugestimmt haben und sich für die Region und für den Erfolg des Freilichtmuseum Ballenberg einsetzen? Um die Besucherzahlen wieder zu heben, ist es eine Möglichkeit, nach neuen Gästen aus fernen Ländern Ausschau zu halten. Dennoch dürfen Gäste aus der Schweiz, die sich für Schweizer Brauchtum und Lebensweisen interessieren, nicht vergessen werden. Sie besuchen das Museum immer wieder und empfehlen es Freunden und Bekannten weiter; aber nur wenn sie sich bei ihrem Besuch wohl fühlen. Mit zugehaltenen Ohren tun sie dies bestimmt nicht.


LESERKOMMENTAR9. NOVEMBER 2015

Ein Dialog über den Fluglärm findet nicht statt

Zum Artikel «Keine Veränderung in Sicht»

HOTELVEREIN BRIENZ

Die Pressemitteilung des Kontaktgremiums teilt den Lesern und Leserinnen mit, dass in der schwerwiegenden Problematik rund um den Fluglärm alles bestens abgeklärt sei und bis 2020 mit 4000 bis 5000 Bewegungen pro Jahr alleine mit dem F/A-18 (mit Nachbrenner-Start) zu rechnen sei. Im Freilichtmuseum Ballenberg seien in diesem Jahr keine Reklamationen von Besuchern eingegangen. Der HVB kann sich diesen Aussagen nicht anschliessen.

Gemäss den vorgängigen Leitern des Ballenbergs ist der Fluglärm ein gravierendes Problem und stört viele Besucher. Die Hoteliers von Brienz haben auch in diesem Jahr oftmals Kritik, zum Teil sehr harsche, von ihren Gästen hören müssen, vor allem auch von Kunden, die dieses bemerkenswerte Museum aufgesucht haben. Der HVB vermutet, dass es sich um eine Fehlinterpretation handelt.

Wir danken dem VBS, dass in diesem Jahr eine Sommerpause von vier Wochen eingehalten und der Flugplatz während eines Monats nur als Ausweichflughafen benutzt wurde. Wir unterstreichen, dass die Forderungen des Kontaktgremiums, welche mehrmals durch dieses Gremium festgehalten und dem VBS unterbreitet wurden, unter anderem nur 2500 Flugbewegungen mit dem F/A-18 und eine viermonatige Sommerpause beinhaltet haben.

Dieses Ziel haben wir überhaupt nicht erreicht, und wenn das VBS nun im Kontaktgremium sowie über die Presse bekanntgibt, dass sich bis 2020 nichts verändere und weiterhin 4000 bis 5000 Flugbewegungen mit dem lärmstrotzenden F/A-18 zu bewältigen seien, dann ist das Entgegenkommen des VBS gegenüber der Bevölkerung minimal, gar geringschätzig. Ein Dialog über den Fluglärm findet nicht statt.

Das Kontaktgremium wurde auf Anregung von Ex-Bundesrat Schmid gegründet, damit ein Austausch der Meinungen stattfinden kann und Lösungen gefunden werden. Das Kontaktgremium ist unserer Ansicht nach offenbar nicht an akzeptablen Resultaten für die Bewohner der Region interessiert und bestätigt diese Auffassung mit seiner erwähnten Pressemitteilung.

 

Wir wiederholen: Grundsätzlich suchen wir ein Miteinander, ein Zusammenwirken, damit einerseits die Bedürfnisse des VBS (das für unsere Sicherheit garantiert) und andererseits auch diejenigen der Bewohner, Touristiker sowie Geschäftsleute in Betracht gezogen und berücksichtigt werden.


LESERKOMMENTAR5. NOVEMBER 2015

Keine Veränderung in Sachen Fluglärm

Zum Artikel «Keine Veränderung in Sicht»

VORSTAND IGF-FLUGLÄRM

 

Die Interessengenmeinschaft für weniger Fluglärm ist Mitglied des Kontaktgremiums. Ihr Vertreter, Simon Ernst, hat an der Sitzung vom 19. Oktober die Problematik nicht bloss so wahrgenommen, wie sie in der Medienmitteilung dargelegt worden ist. Aufgrund von Protokollen und weiteren Unterlagen wurden die Sitzungsteilnehmer daran erinnert, was einmal gefordert und was alles nicht erreicht wurde. Für die andauernde Verschleppung der Sache durch das VBS, wegen der Unsicherheit, wie sich die Armee entwickeln wird, kann man ein gewisses Verständnis aufbringen. Dass jedoch in all den Jahren, in denen schon deutlich auf das Problem hingewiesen wurde, nicht nur nichts geschah, sondern der militärische Fluglärm in der Region zunahm, und insbesondere aus den überlauten angesagten 2300 F/A-18 Bewegungen bis heute rund 4000 geworden sind, begreift ein Grossteil der Regionsbevölkerung kaum. Ebenso ist es unbegreiflich, wie in der ganzen unsicheren Zeit der Flugplatz Unterbach für Dutzende von Millionen ausgebaut worden ist, obschon offensichtlich wichtige Voraussetzungen und Unterlagen fehlen. Verschiedene Resultate an Abstimmungen und bei Mitwirkungen und so weiter zeigen doch deutlich genug, dass es so nicht tragbar ist. Warum leistet sich ein Bundesamt so etwas?